Salesforce und Microsoft Dynamics 365 sind umfangreiche CRM-Plattformen; die bessere Wahl hängt von Deinen Prozessen und der konkreten Edition ab. Für einen Vergleich 2026 reicht es nicht, Marken, Einstiegspreise oder vertraute Oberflächen gegenüberzustellen. Entscheidend ist, ob Vertrieb, Kundenservice und Verwaltung ihre Aufgaben mit vertretbarem Aufwand erledigen können.
Erfasse vor einer Demo Prozesse, Rollen, Integrationen, Datenanforderungen, Berichte und Sicherheitsanforderungen. Vergleiche Gesamtkosten aus Lizenzen, Einführung, Migration, Anpassung, Schulung und Support. Die offiziellen Produkt-, Preis- und Editionsseiten beider Hersteller bilden den Ausgangspunkt; lasse Dir die benötigten Leistungen für Dein Angebot schriftlich bestätigen.
Vertrautheit und Benutzerfreundlichkeit
Wer bereits viel mit Microsoft 365 arbeitet, kann bei Dynamics 365 von passenden Verbindungen zu dieser Umgebung profitieren. Das ist jedoch kein automatischer Beweis für die bessere Bedienbarkeit. Beide Plattformen müssen so eingerichtet werden, dass Mitarbeiter die für ihre Rolle relevanten Daten und Aktionen finden.
Prüfe deshalb mit späteren Nutzern, welche Oberfläche für Dein Unternehmen tatsächlich funktioniert. Lass einen Vertriebsmitarbeiter einen neuen Kontakt aufnehmen, eine Verkaufschance aktualisieren und einen Folgetermin vorbereiten. Beobachte die erforderlichen Schritte, statt nur eine vorbereitete Präsentation des Anbieters zu bewerten.
Ein vertrautes Design kann die Einarbeitung erleichtern, beseitigt aber keine unklaren Datenmodelle oder schlecht definierten Zuständigkeiten. Umgekehrt kann eine zunächst ungewohnte Oberfläche nach einer passenden Konfiguration gut funktionieren. Plane Schulung und laufende Betreuung bei beiden Lösungen ein.
Vergleichbare Produkte und Editionen auswählen
Dynamics 365 ist eine Familie von Geschäftsanwendungen. Für einen Vertriebsvergleich ist insbesondere Dynamics 365 Sales relevant. Microsoft unterscheidet unter anderem Professional, Enterprise und Premium; die verfügbaren Funktionen und Kapazitäten unterscheiden sich. Ein Vergleich mit einer beliebigen Salesforce-Edition wäre deshalb wenig aussagekräftig.
Auch Salesforce bietet unterschiedliche Pakete und zusätzliche Produkte. Prüfe, welche Vertriebs-, Service- oder Marketingaufgaben tatsächlich enthalten sind. Eine breite Produktfamilie bedeutet nicht, dass jede gewünschte Funktion mit der ausgewählten Nutzerlizenz freigeschaltet ist.
Erstelle eine kurze Liste unverzichtbarer Aufgaben und eine getrennte Wunschliste. Markiere für jede Anforderung, ob sie im Standard enthalten ist, konfiguriert werden muss oder eine zusätzliche Lizenz beziehungsweise Entwicklung verlangt. So werden Unterschiede sichtbar, die ein Vergleich von Produktnamen verdeckt.
Integrationen anhand realer Datenflüsse testen
Microsoft nennt die Zusammenarbeit mit Microsoft 365 ausdrücklich im Leistungsumfang von Dynamics 365 Sales. Trotzdem müssen die konkrete Verbindung, Berechtigungen und erforderlichen Lizenzen geprüft werden. Eine allgemeine Integrationsaussage beantwortet nicht, welche Felder synchronisiert werden oder wie Konflikte behandelt werden.
Salesforce lässt sich ebenfalls mit anderen Geschäftssystemen verbinden. Bewerte die verfügbaren Standardverbindungen und gegebenenfalls zusätzliche Integrationslösungen für Deine Umgebung. Eine pauschale Behauptung, eine Plattform sei grundsätzlich flexibler, ist ohne diese Prüfung nicht belastbar.
Teste einen vollständigen Ablauf vom Eingang einer Anfrage bis zur Übergabe an Auftragsbearbeitung oder Service. Lege fest, welches System bei Kundennummer, Adresse und Status führend ist. Prüfe außerdem, was nach einer fehlgeschlagenen Übertragung geschieht und wer die Fehler bearbeitet.
Bereitstellung nicht mit einer Desktop-App verwechseln
Die frühere Gegenüberstellung einer Salesforce-Cloud-Lösung und einer vermeintlichen Dynamics-Desktop-Version ist für die heutige Auswahl zu ungenau. Eine Anwendung im Browser, ein mobiles Programm und die Bereitstellung der Server sind unterschiedliche Fragen. Eine lokale Oberfläche bedeutet nicht automatisch einen lokalen Betrieb der Kundendaten.
Bestätige die angebotene Bereitstellungsform für die konkrete Anwendung, einschließlich Datenregion, administrativer Zugriffe und Sicherungsmöglichkeiten. Wenn besondere Anforderungen einen lokalen Betrieb oder bestimmte Integrationen voraussetzen, müssen diese ausdrücklich Bestandteil der technischen und vertraglichen Prüfung sein.
Preise als vollständiges Szenario berechnen
Vergleiche dieselbe Anzahl von Nutzern mit denselben Aufgaben und demselben Abrechnungszeitraum. Rechne zusätzliche Produkte, Speicher, Schnittstellen, Testumgebungen und benötigte Unterstützung ein. Prüfe Mindestmengen, Vertragsdauer und Bedingungen für spätere Änderungen, statt einen monatlichen Listenpreis mit einem jährlich gebundenen Angebot gleichzusetzen.
KI-Funktionen verdienen eine eigene Zeile in der Kalkulation. Ihre Verfügbarkeit kann von Edition, Zusatzprodukt und Nutzungskapazität abhängen. Frage nach den enthaltenen Leistungen und dem Kostenverlauf bei höherer Nutzung. Eine Demonstration beweist nicht, dass dieselbe Funktion im vorgesehenen Budget enthalten ist.
Ergänze die einmaligen Kosten für Datenbereinigung, Migration, Einrichtung und Schulung. Berücksichtige auch die Arbeitszeit interner Mitarbeiter. Ein günstigerer Einstieg kann über mehrere Jahre teurer werden, wenn grundlegende Aufgaben dauerhaft manuelle Arbeit oder aufwendige Anpassungen benötigen.
Migration, Rechte und Berichte prüfen
Importiere zunächst eine repräsentative Stichprobe mit Kontakten, Unternehmen, Aktivitäten und Verkaufschancen. Kontrolliere Dubletten, Zuordnungen und Pflichtfelder. Vergleiche wichtige Kennzahlen mit dem bisherigen System, damit ein neuer Bericht nicht nur aufgrund einer anderen Definition bessere Ergebnisse zeigt.
Teste Rollen aus Sicht eines normalen Nutzers, einer Führungskraft und eines Administrators. Prüfe, ob sensible Informationen nur den vorgesehenen Personen zugänglich sind. Plane außerdem Datenexport und Wiederherstellung, bevor das CRM zur zentralen Arbeitsgrundlage wird.
Eine nachvollziehbare Entscheidung treffen
Spiele zwei oder drei häufige Aufgaben des Teams durch und notiere Zeit, Fehler und manuelle Schritte. Bewerte die Ergebnisse zusammen mit den Gesamtkosten und der verfügbaren Betreuung. Wähle die Plattform, die den eigenen Ablauf im Pilotbetrieb überzeugend unterstützt, und dokumentiere die noch offenen Bedingungen vor dem Vertrag. Ein allgemeiner Sieger ersetzt diesen Nachweis nicht.
Vereinbare für den Pilotbetrieb einen verantwortlichen Ansprechpartner auf jeder Seite und einen festen Abschlusszeitpunkt. Halte fest, welche Anpassungen bereits umgesetzt wurden und welche nur zugesagt sind. Lass kritische Szenarien erneut vorführen, wenn sie zuvor fehlgeschlagen sind. Diese Dokumentation hilft später bei der Abnahme und verhindert, dass offene Aufgaben zwischen Vertrieb des Anbieters, Implementierungspartner und internem Team verloren gehen.














