Können Büropflanzen die Produktivität verbessern? Es gibt Forschung, die dafür spricht, dass eine begrünte Arbeitsumgebung positive Effekte haben kann. Daraus lässt sich aber weder eine feste Leistungssteigerung für jedes Büro noch eine bestimmte Senkung der Fehlzeiten ableiten. Pflanzen sind eine Möglichkeit, den Arbeitsplatz angenehmer zu gestalten; sie lösen nicht automatisch organisatorische Probleme.
Was die Forschung tatsächlich untersucht
Nieuwenhuis, Knight, Postmes und Haslam verglichen 2014 in drei Feldexperimenten karg eingerichtete und mit Pflanzen ergänzte Büros. Sie untersuchten unter anderem Zufriedenheit, wahrgenommene Konzentration und Leistungsmaße und berichteten Vorteile der begrünten Umgebung. Das ist ein konkreter Forschungsbefund, kein pauschales Versprechen für jeden Betrieb.
Für die eigene Entscheidung ist wichtig, was genau gemessen wurde. Eine angenehmere Einschätzung der Raumluft ist beispielsweise etwas anderes als eine nachgewiesene Entfernung von Schadstoffen. Auch bedeutet ein positives Ergebnis bei einer untersuchten Aufgabe nicht, dass jede andere Tätigkeit im gleichen Maß schneller erledigt wird.
Welche Pflanzen steigern die Produktivität?
Aus solchen Ergebnissen lässt sich keine verlässliche Rangliste der produktivsten Pflanzenarten erstellen. Wähle nach den Bedingungen im Büro: Licht, verfügbare Fläche, Raumtemperatur und die Zeit für Pflege. Eine Pflanze, die am vorgesehenen Ort schlecht wächst, ist auch dann keine gute Wahl, wenn sie auf einer beliebten Büropflanzenliste steht.
Beziehe die Mitarbeiter ein, die den Bereich nutzen. Manche wünschen sich Grün am Schreibtisch, andere benötigen die Fläche für Unterlagen. Ein gemeinsamer Standort kann besser funktionieren als eine Pflanze auf jedem Arbeitsplatz.
Beliebte Büropflanze: Dracaena ‘Janet Craig’
Der Drachenbaum bietet eine aufrechte Form mit dunkelgrünem Laub. Er braucht einen geeigneten Standort und bleibt auch als vergleichsweise unkomplizierte Pflanze pflegebedürftig. Prüfe das vorhandene Licht und halte den Topf für Kontrollen zugänglich.
Die Sorte sollte nicht mit dem Versprechen gekauft werden, Druckerstaub besonders wirksam zu beseitigen. Wenn Staub oder Gerüche ein Problem sind, gehört die Ursache zur Gebäudereinigung, Lüftung oder Geräteaufstellung und sollte dort untersucht werden.
Bambuspalme und Sansevieria passend auswählen
Die Bambuspalme hat eine lockere, aufrechte Wuchsform und kann einen größeren Bereich optisch gliedern. Plane ausreichend Platz für Blätter und Pflege ein. Die University of Florida empfiehlt gut durchlässigen Boden und warnt vor übermäßigem Gießen.
Sansevierien, auch Bogenhanf genannt, speichern Wasser in ihren Blättern. Die RHS beschreibt sie als trockenheitsverträglich; zu viel Wasser ist deshalb keine gute Fürsorge. Sie kommen mit weniger Licht zurecht, wachsen aber meist an helleren Standorten besser. „Pflegeleicht“ bedeutet nicht, dass jeder beliebige Platz geeignet ist.
Begrünung im eigenen Büro sinnvoll testen
Ein kleiner Versuch kann zeigen, ob die Gestaltung zu eurem Arbeitsalltag passt. Er liefert keine wissenschaftlich abgesicherte Ursache-Wirkungs-Aussage, hilft aber bei praktischen Entscheidungen.
- Wählt einen überschaubaren Bereich und haltet fest, was ihr verbessern möchtet, etwa die Atmosphäre im Besprechungsraum.
- Legt Standorte fest, die weder Licht noch Laufwege oder Arbeitsflächen blockieren.
- Klärt Pflege, Vertretung und laufende Kosten vor dem Kauf.
- Fragt nach einer vereinbarten Zeit erneut nach Komfort, Platzbedarf und Pflegeaufwand.
- Notiert andere Veränderungen, etwa neue Beleuchtung oder eine andere Raumnutzung, bevor ihr Verbesserungen allein den Pflanzen zuschreibt.
Eine erfolgreiche Begrünung muss nicht mit einem Produktivitätsprozentsatz gerechtfertigt werden. Wenn sie gut angenommen wird, zum Raum passt und dauerhaft gepflegt werden kann, gibt es bereits eine nachvollziehbare Grundlage für die Entscheidung. Luftqualität, Lärm und Arbeitsorganisation sollten trotzdem jeweils eigenständig geprüft werden.














